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Die 125. Session des Internationalen Olympischen Komitees in Buenos Aires wählte Thomas Bach zum neunten IOC-Präsidenten. Damit steht erstmals ein Deutscher an der Spitze des IOC.

Der 59 Jahre alte Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur im Mai als Favorit auf das höchste Amt im internationalen Sport galt, erreichte im zweiten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit. Bach ist Nachfolger des Belgiers Jacques Rogge, der in der letzten Amtshandlung seiner zwölfjährigen Präsidentschaft um 12:41 Uhr Ortszeit (17.41 Uhr MESZ) den Umschlag öffnete und den Namen des Wahlsiegers verlas: "Thomas Bach".

Mit einem vielfachen "Danke" in den unterschiedlichsten Sprachen brachte der sichtlich bewegte Bach seine Gefühle zum Ausdruck. Sein besonderer Dank ging an Rogge und an alle, die ihn auf dem langen Weg an die Spitze des IOC unterstützt und begleitet hatten, aber auch an die fünf Mitbewerber und "diejenigen, die mich nicht gewählt haben". Er wolle ein Präsident für alle sein. "Es ist mir eine Riesenehre", sagte Bach und ehrte Rogge in seiner ersten Amtshandlung mit dem Olympischen Orden in Gold.

Für den Fecht-Olympiasieger von 1976 schließt sich 32 Jahre nach seinem ersten großen internationalen Auftritt als Sport-Funktionär 1981 beim IOC-Kongress in Baden-Baden der Kreis. Bach gehörte der ersten IOC-Athletenkommission an. Als erst neunter Präsident seit ihrer Gründung 1894 wird der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim nun das IOC mindestens in den kommenden acht Jahren und höchstens die nächsten zwölf leiten.

1991 wurde Bach ins IOC gewählt, 1996 erstmals in die Exekutive. 2000 wurde er zum ersten Mal  Vizepräsident und arbeitete verantwortlich in zahlreichen Kommissionen. Insbesondere als Leiter der juristischen Kommission sprach er stets als strikter Kämpfer gegen Doping.

Sieg im zweiten Wahlgang

Nun bestätigten ihn die IOC-Mitglieder schon im zweiten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit von 49 der 93 Wahlberechtigten gegen seine vier verbliebenen Konkurrenten Richard Carrion (Puerto Rico, 29 Stimmen), Ng Ser Miang (Singapur, 6), Denis Oswald (Schweiz, 5) und Sergej Bubka (Ukraine, 4). Wu Ching-Kuo (Taiwan) war im ersten Wahlgang nach einer Stichwahl gegen Ng ausgeschieden. Schon da hatten 43 Mitglieder für Bach votiert, nur 23 für Carrion.

"Ein Präsident für alle"

Nun wird Bach sein Wahlmanifest unter dem Motto "Einheit in Vielfalt" in die Tat umsetzen. Seine Tür, seine Ohren und sein Herz seien offen, er werde ein "Präsident für alle" sein, sagte er in seinem ersten Wort an die Vollversammlung. Zu den Pfeilern seines Programms gehören ein strikter Kampf gegen Doping und Wettbetrug, dazu will er Afrika als Olympia-Gastgeber die Tür öffnen, dem Gewinnstreben um jeden Preis Einhalt gebieten und auch ein Projekt wie die Einführung eines Olympia-TV-Kanals angehen.


Quelle: DOSB