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Aktuelle Ausgabe

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Die Botschaften der Dachorganisation des deutschen Sports sind alles andere als ansteckend im positiven Sinne. Seit über zehn Jahren macht der DOSB im Planquadrat von Spitzensport-Aufbruch und Olympia- Ambitionen viel Lärm um wenig. Nachdem olympische Pläne in München und Hamburg an Bürger- Voten scheiterten, nerven seit geraumer Zeit Diskussionen um Medaillen-Erwartungen, Reform- Programme und Förderetats die zunehmend desinteressierte Öffentlichkeit.

Der Begriff "Sportdeutschland", schon lange inflationär hinausposaunt, aber nie spürbar in seiner durchaus möglichen Breitenwirkung bis in die Vereinslandschaft, ist eine Funktionärs-Sprechblase geblieben. Aufbruchsstimmung im Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Sports sollte sich anders anhören.

Und was national im Argen liegt, hat auch eine internationale Entsprechung. Der Weltsport ist schließlich vom olympischen Reinheitsgebot weiter als je zuvor entfernt. Zu dieser kurz umrissenen inhaltlichen Bandbreite haben wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in der aktuellen OF-Ausgabe wieder ein vielfältiges Themenangebot zusammengestellt. Silke Kassner, die Stellvertretende Sprecherin der DOSB-Athleten-Kommission, interpretiert im OF-Podium die Schwierigkeiten der deutschen Sportelite mit den Reformbestrebungen von Dachverband und Geldgeber Bundesinnenministerium, die laut Plan in die Erfolgspur zurückführen sollen.

Hans Lenk, Olympiasieger im Rudern und Philosophie-Professor mit neunfachen Ehrendoktorwürden, dem OF als Autor seit Jahren verbunden, prangert die Medaillenfixierung der sportlichen und sportpolitischen Obrigkeit mit überzeugenden Argumenten an. Und er vermittelt zur Zukunft des Leistungssports einmal mehr Grundsatzpositionen, die in Zeiten von Dauerskandalen und Fehlentwicklungen eine Orientierungsmarke sein sollten.

Schließlich lässt unser bewährtes und bekanntlich bis in die Einzelheiten von nationalen und internationalen Sportgeschehnissen gut informiertes und gesätteltes Autorenteam mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten auch diesmal keinen Zweifel daran: in der großen und kleinen Welt des Sports ist Vieles zu kritisieren und in Frage zu stellen. Aber es lohnt sich und muss sein ... um der guten Sache willen.


Ihr Harald Pieper


Chefredakteur