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„Die Spiele in Rio waren nicht vom Feinsten“

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Dass die Spiele von Rio sich nicht als Glanzlicht in der olympischen Geschichte erwiesen haben, ist die eine bittere Erkenntnis des Sportsommers 2016. Hatte man ursprünglich doch gerade vom ersten Stelldichein der olympischen Familie in Südamerika ein entscheidendes Signal für sportliche Zukunftshoffnungen erwartet.

Die andere Botschaft der Ernüchterung, die mit dem Ereignis einherging, war noch viel wichtiger, weil grundsätzlicher. Sie lautet: Olympia hat viel von seiner Begeisterungsfähigkeit verloren und droht im Strudel globaler Fehlsteuerungen und Entwicklungsstörungen im Hochleistungssport so langsam schlapp zu machen. Die Leuchtturm-Funktion jedenfalls schwindet zügig dahin.

In unserer Nachlese zu Rio haben wir, liebe Leserinnen und Leser, diese bedenkliche Gemengelage vielschichtig thematisiert. Es geht dabei eher um internationale Problem- statt nationale Medaillen-Bilanzierung. Und dann wird natürlich - Rio ist Vergangenheit - der Fokus auf die Situation des Weltsports in naher Zukunft gerichtet. Stichworte beispielsweise: dringend notwendige IOC- Reformen und immer noch ohnmächtige Anti-Doping-Kraftakte.

Ein weiteres Zentralthema ist die geplante Neuausrichtung des deutschen Spitzensports, und dies vor allem mit Blick auf die Muskelspiele zwischen DOSB und Politik. Wie hoch der Preis künftiger schwarz-rot-gold gefärbter Erfolge ist bzw. sein sollte, das wird bisher nur unzureichend technokratisch und ohne gesellschaftspolitische Substanz diskutiert. Ein intellektuelles Armutszeichen, das auch immer mehr wissenschaftliche Wegbegleiter des Sports beklagen.

Dass der Sport vor Ort, die Vereinsbasis, sich mit ganz anderen Problemen, nämlich der maroden Infrastruktur und dem dringenden Sanierungsbedarf von Sporthallen, Bädern und Wettkampfstätten herumplagt, ist ein weiterer Fingerzeig für sportpolitischen Handlungsbedarf in dieser Ausgabe. Und schließlich gibt es noch historische Nachhilfe für alle Polit-Protestler, die am rechten Rand unserer Gesellschaft marschieren und pöbeln. Wenn sie "völkische Gesinnung" anmahnen und dem "Volkstum" eine Schneise schlagen wollen, dann sollten sie mal nachlesen, wie das der Turnvater Jahn gemeint hat.


Ihr Harald Pieper


Chefredakteur