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Stuttgarter Gesprächsrunde

News vom 08.07.2010

Olympische Begegnungen - Fördert der Sport ein Miteinander der Kulturen?

Gemeinsam mit dem Verein Begegnungen e.V. organisierte die Zweigstelle Stuttgart eine Gesprächsrunde, in dessen Mittelpunkt die Rolle des Sports bei der Integration von verschiedenen Kulturen in unsere Gesellschaft stand. 

Bei dem Besuch der knapp 40 Gäste im SpOrt Stuttgart startete Moderator Gunter Barner die Gesprächsrunde mit der grundsätzlichen Frage – Was ist eigentlich Integration? Gari Pavkovic, der Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt hatte die Antwort gleich parat: „die gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft unabhängig von der Herkunft des Einzelnen“. „Diese Teilhabe gelingt im Sport am besten, in anderen Bereichen ist das deutlich schwieriger“, so die Erfahrungen von  Gari Pavkovic.

Gunter Barner, Ressortleiter Sport der Stuttgarter Nachrichten, ergänzte, dass ein Paradebeispiel für ein Miteinander der Kulturen der „Doppelpass“ des Turnerbunds Bad Cannstatt mit dem FC Stuttgart-Cannstatt sei. Walter Betsch, Vorstandsvorsitzender des Turnerbunds, blickte dazu ein Jahr zurück. Ausgangssituation war das langjährige Mietverhältnis mit dem türkischen Verein Hilalsport, der sich zum Verein FC Stuttgart-Cannstatt umbenannte. Das Miteinander war zeitweise nicht besonders gut. Auch deshalb haben sich die Verantwortlichen beider Vereine geeinigt, sich an einen Tisch zu setzen und die Schwierigkeiten und Ungereimtheiten deutlich zu artikulieren. Dieses Aufeinanderzugehen und das Gespräch miteinander zu suchen war der zentrale Schlüssel für das heutige gute Verhältnis. Es wurden gemeinsame Spielregeln aufgestellt. Aus einem Mieter wurde so ein wichtiger Kooperationspartner.

Auch Martin Maixner, Vorsitzender der Stuttgarter Sportkreisjugend, sieht den Sport als gute Basis für ein Miteinander der Kulturen. Hilfreich ist dabei, dass der Sport generell bereits über ein grenzübergreifendes Regelwerk verfüge, das hilft, die Gemeinschaft zu pflegen.  „Was auf dem Spielfeld klappt, ist danach auch kein Problem.“ so seine Erfahrungen.

Auch Selim Uludokumaci, A-Jugendtrainer beim FC Stuttgart, blickte nochmals auf die Anfänge der Kooperation mit dem Turnerbund Bad Cannstatt zurück. „Da war die stets große und erfolgreiche Leichtathletik-Abteilung, die eigentlich immer parallel zu uns Trainingszeiten hatte“, erinnerte er sich. „Und Ballspiele vertragen sich mit Laufsprints und Hochsprungstraining nicht besonders gut.“ Für ihn waren gerade die Gespräche, nicht nur mit den Vereinsverantwortlichen, sondern auch die gemeinsamen Treffen mit den vielen Trainern und Übungsleitern der Schlüssel für ein gemeinsames sinnvolles Miteinander.

Zeitaufwändig, aber enorm wichtig sind Selim Uludokumaci die Einbindung und die Gespräche mit den Eltern, denn auch hier können seiner Meinung nach Vorbehalte gut abgebaut werden. „Bei uns sind schwäbischer Traditionsverein und türkischer Fußballclub aufeinander getroffen und haben nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt einen gemeinsamen Weg gefunden“. Walter Betsch und Selim Uludokumaci betonten dabei übereinstimmend, dass das wirkungsvollste Mittel „Offenheit, Probleme ansprechen und miteinander reden“ sei.

Foto v.l.n.r.: Gunter Barner, Selim Uludocumaci, Özlem Sahin, Gari Pavkovic, Martin Maixner, Hans Peter Haag, Walter Betsch.

Weitere gute Projekte zur Annäherung der Kulturen sind im Stuttgarter Sport entstanden. Dabei gibt es, so der städtische Integrationsbeauftragte Gari Pavkovic, zwei prädestinierte Wege. Zum einen über die Schulen und zum anderen über die Vereine. Martin Maixner ergänzte hierzu, dass für ihn das „Gemeinschaftserlebnis Sport“, bei dem Jugendlichen „direkt von der Straße abgeholt werden“, eindrucksvoll zeige, wie wichtig aber auch wie erfolgreich konsequente Jugendarbeit im Sport sein kann. „Wir haben gemeinsam mit dem Turnerbund ein Programm mit dem Namen „Mutti lernt Deutsch“ entwickelt und das“, so Martin Meixner weiter „hilft, denn oftmals waren und sind halt gerade auch die sprachlichen Barrieren ein richtiger Bremsklotz“.

Hans-Peter Haag, Vorsitzender der Zweigstelle Stuttgart, auf dessen Initiative diese Diskussionsrunde zustande kam, sieht in der Vermittlung von Werten durch die Übungsleiter auch ein wichtiges Puzzlestück für den Erfolg, „die haben Vorbildcharakter“. 

Quelle & Foto: Sybille Hiller, Zweigstelle Stuttgart