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Trauer um Bernhard Nermerich

News vom 21.07.2010

Deutsche Olympische Gesellschaft verliert herausragende Persönlichkeit

Die Deutsche Olympische Gesellschaft e.V. trauert um Bernhard Nermerich und ist in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden. Bernhard Nermerich war seit dem Jahr 1982 Mitglied der Zweigstelle Frankfurt/Rhein-Main. Der 22-fache deutsche Meister im Gehen war allerdings auch in einer ganz anderen Disziplin meisterlich: Er galt als großes Vorbild und engagierte sich stark für hilfsbedürftige Menschen.

Der am 11. März 1939 in Frankfurt geborene Nermerich war als Kriegskind unterernährt und vom Schulsport suspendiert. Bei einer Größe von 1,85 Metern und einem Gewicht von 59 Kilo wurde er von der Bundeswehr mit der Begründung «für längere Fußmärsche untauglich» abgelehnt. Bei Eintracht Frankfurt entwickelte er sich, betreut von seinem Trainer Hans Stahl, dennoch zu einem der erfolgreichsten deutschen Geher. Er sammelte serienweise nationale Titel über 50 Kilometer, 20 Kilometer und mit der Mannschaft. Zudem nahm er an drei Europameisterschaften teil.

 

Der größte Triumph blieb ihm versagt, als er bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko als Weltjahresbester in den Wettbewerb über 50 Kilometer ging und als Zweitplatzierter sieben Kilometer vor dem Ziel wegen unsauberen Gehens disqualifiziert wurde, was eine fragwürdige Entscheidung war. Drei Monate vor den Olympischen Spielen in München 1972 stellte Nermerich bei einem seiner 31 Länderkämpfe erneut eine Weltjahres-Bestzeit über 50 Kilometer mit 3:59:33,6 Stunden (noch heute hessischer Rekord) auf, verpasste aber wegen einer Muskelzerrung die Teilnahme an den Spielen.

Bernhard Nermerich wird in der großen Sportfamilie fehlen.

Quelle Text & Foto: Höchster Kreisblatt