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Berlin

News vom 20.03.2017

Gesprächsreihe „Olympia hautnah“:
Olympische Werte wieder stärker in den Vordergrund stellen

Die Faszination von Olympia und Paralympics sowie die Spiele von Rio 2016 standen am 16. März im Mittelpunkt der Gesprächsreihe „Olympia hautnah“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin im Haus der Berliner Wirtschaft.

Mit dabei waren Lisa Unruh (Olympiasilber im Bogenschießen, Weltbogenschützin und Berliner Sportlerin des Jahres 2016), Heike Drechsler (Weitsprung-Olympiasiegerin 1992 und 2000), Martin Häner (Hockey-Olympiasieger 2012 und Olympiadritter 2016) sowie Thomas Ulbricht (Paralympics-Bronze 2016 im 100-Meter-Lauf) mit seinem Trainer Ralf Otto.

In einem Impulsvortrag zog der Leiter des Olympiastützpunktes Berlin, Harry Bähr, für die Rio-Mannschaft aus der Hauptstadt ein sehr positives Fazit. Zugleich machte er aber auch deutlich, dass zwischen den Spielen in London 2012 und Rio 2016 die Breite der Leistungen verloren gegangen und die Situation nicht stabil sei. In Hinblick auf die Sommerspiele in Tokio 2020 sei dies eine Herausforderung, der begegnet werden müsse.

In der anschließenden Gesprächsrunde, die von Friedhard Teuffel (Tagesspiegel) moderiert wurde, ging es zum einen um die ganz besonderen persönlichen olympischen und paralympischen Momente. Für Heike Drechsler sind das ihre letzten Olympischen Spiele in Sydney 2000 inklusive des Olympiasiegs. Die Medaillenerfolge von Rio rangieren bei Lisa Unruh und Thomas Ulbricht ganz vorn. Und für Martin Häner wird neben dem Olympiasieg 2012 vor allem der Hockey-Viertelfinalkrimi gegen Neuseeland 2016 in Erinnerung bleiben, als das deutsche Team binnen fünf Minuten ein schon verloren geglaubtes Spiel drehte.

Zum anderen wurden aber auch die Zukunft der Spiele sowie sportpolitische Entwicklungen beleuchtet. Deutlich wurde dabei, dass Doping und Korruption die Strahlkraft von Olympia und Paralympics in den letzten Jahren vermindert hätten und die Spiele von der Bevölkerung oftmals mit Skepsis betrachtet würden. Dabei seien sie gerade für die Sportarten eine große Chance, die sonst nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Berichterstattung stehen. Einhelliger Wunsch der Runde war es, dass die Olympischen Werte zukünftig wieder stärker in den Vordergrund der Spiele sowie deren Vergabe und Organisation rücken müssen. Einig waren sich die Podiumsgäste auch bei der Reform der Spitzensportförderung. So wurde ausdrücklich betont, dass die Finanzierung und Unterstützung der Trainerinnen und Trainer in Deutschland verbessert werden müsse. Nur so könne dem aktuellen Mangel an qualifizierten Trainern hierzulande begegnet werden, nur so könne Deutschland auch im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben.

Die Gesprächsreihe „Olympia hautnah“ wurde freundlich unterstützt durch den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) sowie der Industrie- und Handelskammer zu Berlin (IHK Berlin).

Alexander Dorner