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News vom 31.01.2018

Veranstaltung (10.01.2018), im Reutlinger Kulturzentrum veranschaulichte:

Der ´Olympic Channel` spaltet die Gemüter


Mit dem "Olympic Channel" auf die Couch oder doch ab in die Sporthalle? Wird die einst von Pierre de Coubertin seit 1896 zum friedlichen Wettkampf gerufene "Jugend der Welt" tatsächlich durch diesen 2016 gestarteten eigenen Internet-Kanal des Internationalen Olympischen Komitees zum aktiven Sporttreiben motiviert, oder nicht vielmehr noch mehr zur Fettleibigkeit am Bildschirm verführt?


Bild: Wydia Thumm


Christian Klaue, Pressesprecher des I.O.C., erläuterte selbstbewusst die Absicht des "Channels", mithilfe der größten sozialen Netzwerke sich voll auf das neue Verhalten junger Menschen auszurichten, Medien zu konsumieren. Diese werden nun mit Video-Clips von wenigen Minuten Länge versorgt, welche emotional aufgeladene Athleten zeigen, Schicksale, welche sie nur der Wettkampf-Sport bieten kann. Was darüber hinaus dauert, wird weggeklickt.
Dass der Aufbau dieses TV-Kanals mit Hauptsitz in Madrid insgesamt 500 Millionen Euro gekostet hat, braucht das I.O.C. nicht anzufechten, "denn welches Unternehmen sonst", so Klaue, "hat feste Werbeverträge bis 2032, was beweist, wie sehr unsere Sponsoren an die Zukunft der Olympischen Bewegung glauben".
Gekonnt moderierte Fachsport-Journalist Ewald Walker im Kulturzentrum "Franz K." eine Runde, welche mit Dr. Christoph Fischer (Sportchef des Reutlinger Generalanzeigers), Christian Klaue, und Michael Hakenmüller (Veranstalter im Namen der Deutschen Olympischen Gesellschaft (D.O.G.)) über die Zukunft der Olympischen Spiele in einer digitalen Medienwelt diskutierte.
Immer konträrer, teilweise provokativ wechselten Standpunkte wie Perspektiven. "Nicht die olympische Bewegung ist das Problem, sondern das I.O.C. selbst und wie es diese herüber bringt", resümierte Christoph Fischer. Michael Hakenmüller verdeutlichte, wie sehr die milliardenschweren Gewinne des I.O.C. seit Jahrzehnten von nordamerikanischen Fernsehsendern abhängen, welche ihre Investitionen mit allerlei Werbeinhalten refinanzieren, die zum Teil gar nichts mit Sport zu tun haben. "The show must go on!" rief Hakenmüller den Besuchern dieser Veranstaltung zu.

Olympia geht vor I.O.C.

Doch wie könne man damit echte Vorbilder für Kinder und Jugendliche finden, da Coubertins erstes Anliegen war, mit dem Transfer der antiken Olympischen Spiele in die Neuzeit dieser eine umfassende körperliche wie geistige Ausbildung zu gewährleisten. Zudem sind jetzt noch "e-sports"-Disziplinen im Anflug. "Das I.O.C. beobachtet diese sehr genau", so Christian Klaue - "und wie viel Kalorien von den Usern dabei verbrannt werden..." Hakenmüller indes wollte prophezeien, dass in etwa zehn Jahren die jetzigen olympischen Sportarten damit verschmolzen sind und die jungen Menschen erst Recht von körperlicher Bewegung abhalten. An Stelle derer könnten das dann Roboter besorgen. "Auf jeden Fall muss in Zukunft das Programm von Olympischen Spielen reduziert werden, sollen sie populär bleiben", resümierte schließlich noch Christoph Fischer. "A Turning Point", so der passende Titel des offiziellen Dokumentarfilms über die XIV. Olympischen Winterspiele in Sarajevo 1984, welcher diese Veranstaltung mit durchweg zufriedenen Teilnehmern beschloss.

Michael Hakenmüller