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Pragmatiker des Sports: Zum Tode von Paul Hoffmann

Paul HoffmannIm Ruhrgebiet und am Niederrhein zählte er im Sport seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Persönlichkeiten. Und man sagte dort über ihn, dass er sich keiner Aufgabe verschließe, wenn sie nur dem Sport und dem Olympischen Gedanken diene. Aber auch als hochrangiger Sportfunktionär in vielen Ämtern blieb immer ein Sportler mit Leib und Seele, wie schon in seinen Schülerzeiten als Mitglied der westdeutschen Handball-Auswahlmannschaft. Am 11. März 2019ist Paul Hoffmann im Alter von 83 Jahren in seiner Heimatstadt Duisburg -Rheinhausen gestorben.

Erst Mitte vorigen Jahres war Hoffmann als Vorsitzender des Bezirkssportverbandes Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen zurückgetreten, wie zwei Jahre zuvor aus dem Vorstand des Stadtsportbundes und später auch aus dem Präsidium des OSC Rheinhausen. Doch er wurde sogleich Ehrenvorsitzender des Bezirkssportverbandes – so wie er Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter (ADS) und Ehrenpräsident der Arbeitsgemeinschaft der Europäischen Sportverwaltungen (AES).

Dem Handballsport gehörte von Jugend an seine besondere Liebe. Als Aktiver wurde er während seines Studiums an der Sporthochschule Köln zweimal Deutscher Hochschulmeister. Als Trainer führte er seinen Verein TuS Rheinhausen in die westdeutsche Spitze.

Paul Hoffmann wurde am 3. Oktober 1935 in Düsseldorf geboren, wohnt aber seit 1939 im linksrheinischen Duisburger Stadtteil Rheinhausen. Nach dem Abitur 1956 machte er das Examen als Diplom-Sportlehrer mit den Trainerlizenzen für Fußball, Handball und Hockey sowie parallel den Studienabschluss in Mathematik an der Universität Köln. Hoffmanns Diplomarbeit hatte den „Goldenen Plan“ für Sportstättenbau zum Inhalt. Seine berufliche Laufbahn begann er1959 im Schuldienst, wurde dann Fachleiter für Sport im Bezirksseminar in Krefeld und 1969 mit damals 33 Jahren vom Rat der Stadt Essen einstimmig zum Sportdirektor berufen.

Bereits 1978 wählten ihn seine Kollegen zum 1. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter (ADS), ein Amt, das er bis 2000 engagiert wahrnahm. Heute ist er ADS-Ehrenvorsitzender. International wirkte Hoffmann über 20 Jahre als Präsident der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Sportverwaltungen und gestaltete in dieser Funktion kommunale Sportpolitik im europäischen Einigungsprozess. Auf Bundesebene verfolgte er dieses Ziel auch als Mitglied des Sportausschusses des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes über ein Vierteljahrhundert von 1975 bis 2000.

Aber auch in der Sportorganisation selbst nahm der Rheinhausener noch verantwortliche Ehrenämter wahr, so von 1965 an als 1. Vorsitzender des Stadtsportbundes Rheinhausen  und ab 1975 als 1. Vorsitzender des Bezirkssportverbandes Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen, von 1975 bis 2000 im Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Olym- pischen Gesellschaft (davon 1980 bis 2000 als DOG-Vizepräsident), von 1977 bis 2000 als Präsidiumsmitglied des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland und zwischenzeitlich auch einige Jahre als Vize-Präsident des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf.

Er baute die DOG-Zweigstelle Niederrhein und die Stadtgruppe Essen zu den stärksten DOG-Gruppen in der Bundesrepublik aus und wurde dafür 1979 und 2000 mit dem Wilhelm-Garbe-Preis ausgezeichnet. Für das NOK wirkte er in zahlreichen Kommissionen mit und war bei vier Olympischen Spielen Ansprechpartner für die Athleten in den Deutschen Häusern. 1980 zählte er an der Seite Willi Daumes zu den Gegnern des Olympiaboykotts von Moskau.

Der Sozialdemokrat Paul Hoffmann hat als Praktiker und Pragmatiker in der öffentlichen Sportverwaltung viel für die Vereine tun können, denn er kannte ihre Sorgen und Nöte aus seinem eigenen Engagement an der Basis.

Mit seinem Elan, seiner Schaffensfreude, aber auch seinem Erfahrungsschatz wirkte Hoffmann lange für den Sport auf vielen Ebenen, zuletzt auch besonders engagiert in dem Bemühen, in den Duisburger Kindertagesstätten die sportliche Bewegungserziehung im Vorschulalter für Kleinkinder weiter zu qualifizieren und auszubauen.